Generation Entscheidungsunfähig


„Früher war alles besser“, ein Spruch den wir bereits zu oft von unseren Eltern oder Großeltern gehört haben. Eins steht jedoch fest, früher war vielleicht nicht alles besser, aber auf jeden Fall alles einfacher! 10 Jahre Schule, Ausbildung, heiraten, Kinder bekommen, 40 Jahre im selben Betrieb verbringen und dann seine Rente im heimischen Garten genießen. Das Leben früher schien wie vorgezeichnet, jeder wusste was ihn erwartet oder vielmehr was er zu tun hatte. Man erfüllte die gestellten Erwartungen so gut wie man konnte.

Heutzutage sieht das anders aus. Sieht man in seinen Bekanntenkreis sind die Wenigsten mit Mitte 20 schon so gefestigt in ihrem Lebensweg, dass sie sagen können wo sie in den nächsten 5 oder gar 10 Jahren stehen. Die Fülle an verschiedenen Möglichkeiten sein Leben selbst zu gestalten scheint unendlich. Work & Travel in Australien, ein Praktikum in New York, Hilfsarbeit in Afrika, ein Studium der Philosophie, eine Ausbildung zum Eventmanager, eine feste Beziehung oder doch lieber Single sein. Man weiß gar nicht mehr wohin  mit seinen Gedanken und den ganzen Optionen aus denen man wählen kann. Aber ist das wirklich gut so? Die Freiheit alles tun und lassen zu können was man will? Viele Leute fühlen sich durch das unbegrenzte Meer an Möglichkeiten paralysiert. Sie wägen das Pro und Kontra ab, nur um sich dann für gar nichts zu entscheiden. Denn dann hätte man sich auf einen bestimmten Weg festgelegt und das Meer an unbegrenzten Möglichkeiten wäre versiegt. Der Rasen im Nachbarsgarten scheint dabei stets grüner zu sein als der eigene. Die Menschen sind nicht mehr zufrieden mit dem was sie haben oder wer sie sind, da sie permanent mit dem konfrontiert werden was sie haben oder wer sie sein könnten. Die Fülle an Werbung und Medien, Bilder von Traumstränden die uns unsere Facebookfreunde aufs Auge drücken, alles scheint besser zu sein als das jetzige Dasein. Schon werden Ausbildungen  abgebrochen, Beziehungen beendet, Pläne über den Haufen geworfen. Vielleicht liegt es daran, dass unsere Generation, die Generation Y, einfach nicht mehr weis wo sie hinsoll. Sie hat kein Land wieder aufzubauen oder konservative Eltern gegen die sie sich auflehnen kann, sie wurde in diese Welt hineingeboren mit einer Breite an Möglichkeiten die keine Generation vor ihr hatte. Vielleicht macht uns gerade das so viel Angst, planlos zu sein und keinen klaren Weg zu haben. Allerdings sollten wir das als Chance begreifen, mit breiter Brust voranzugehen und zu unseren Entscheidungen zu stehen. Es lebt sich um einiges zufriedener, sich nicht ständig vor Augen zu führen wie viel besser es doch alle anderen haben oder wie viel besser es wäre etwas anderes zu tun. Die Energie die man aufwendet anderen Optionen nachzutrauern ist verschwendet und sinnvoller dafür eingesetzt den eingeschlagenen Weg zu beschreiten. Schließlich kann man sich dann auch nicht vorwerfen lassen, nicht alles gegeben zu haben. Und sollte man doch scheitern, öffnen sich neue Türen, morgen noch mehr als heute. Also trefft Entscheidungen, steht zu ihnen und macht das Beste daraus!

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6 Gedanken zu “Generation Entscheidungsunfähig

    1. zu dürfen. Wenn man nicht der Norm entsprechen wollte. Ich hab mich oft nicht getraut, gegen die Norm zu verstoßen und bin traurig, einige Erfahrungen nicht gemacht zu haben.
      Aber ja, durch die heutige Erziehung, frei und locker, Eltern nehmen ihren Kindern alles ab, überhäufen sie mit materiellen Müll. Kinder müssen sich für nichts ansrengen, werden hierhin und dorthin gefahren. Ja, wenn man dann plötzlich erwachsen ist, fällt es sicherlich schwer, auf einmal Verantwortung übernehmen zu müssen. Für sich selbst und für das wofür man sich, ja, wenn überhaupt, entschieden hat.
      So hat aber jede Zeit positive und negative Seiten. Jede Generation hat mit eigenen Problemen zu kämpfen. Weil man die Probleme der vorigen Generation nicht erfahren hat, ist es leicht, zu glauben, früher wäre alles besser gewesen

      Gefällt 1 Person

  1. Schöner Artikel! Ja, oft wird vergessen, dass (Entscheidungs-)Freiheit längst nicht nur positiv zu bewerten ist. Durch fehlende Normen und Vorgaben werden Persönlichkeitsentwicklung und der Umgang mit der Frage nach dem Sinn des Lebens heutzutage für jeden zu einer echten Herausforderung. Nicht ohne Grund kämpft unsere Gesellschaft gegen Depressionen und Angststörungen. Wichtig ist einfach, dass es thematisiert wird, damit jeder weiß, wie normal es ist, sich unsicher zu fühlen, wohin er sich wenden kann, wenn ihm alles über den Kopf wächst und er Hilfe dabei braucht, den eigenen Weg zu finden 🙂 also Danke für diesen Einblick!

    Gefällt 4 Personen

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