Lean Thinking: So steigerst Du Deine Produktivität


Was ist Lean Thinking oder Lean Management?

Die Kernidee von Lean Thinking ist die Maximierung des Kundennutzens bei gleichzeitiger Minimierung der Verschwendung. Lean bedeutet einfach gesagt, mehr Wert für Kunden mit weniger Ressourcen zu schaffen.

Eine schlanke (Lean) Organisation versteht den Kundennutzen und fokussiert seine Schlüsselprozesse, um ihn kontinuierlich zu steigern. Das ultimative Ziel ist es, dem Kunden einen perfekten Mehrwert durch einen perfekten Wertschöpfungsprozess zu bieten, der keinen Abfall verursacht.

Toyota und Lean Thinking

Toyota hat sich in diesem Jahr zum weltgrößten Automobilhersteller entwickelt und überholt General Motors, der seit den 1930er Jahren die Oberhand behielt. Davor war Ford weltweit führend. Die Marktkapitalisierung von Toyota ist mehr als fünfmal so hoch wie die von Ford und General Motors zusammen. Toyota muss in den letzten 20 Jahren etwas richtig gemacht haben, seit das Unternehmen zum produktivsten Hersteller der Welt geworden ist: Die Rede ist von LEAN Thinking btw. LEAN Management.

LEAN Thinking, welches am renomierten MIT von entwickelt und erstmals vom japanischen Automobilhersteller Toyota in einem Unternehmen, etabliert wurde basiert auf 2 maßgeblichen Stützen. Die beiden Hauptpfeiler des Toyota-Ansatzes sind:

1) Respekt vor den Menschen und

2) kontinuierliche Verbesserung, also ständige und ununterbrochene Verbesserung in allen Bereichen.

General Motors und Ford betrachteten Fabrikarbeiter als ersetzbare variable Kostenkomponente – Arbeit als Ware. Toyota betrachtete hingegen seine Mitarbeiter als den Ansprechpartner, an den man sich für Produktivitäts- und Qualitätsverbesserungen im Unternehmen wenden musste. Das Unternehmen begann mit der Produktion von Autos mit einer standardisierten, geringen Ausstattung, die haltbarer waren und ihren Wert länger halten würden. Das Stichwort hier war „kontinuierliche Qualitätsverbesserung“. Amerikanische Autokonzerne waren nun gezwungen, zu reagieren, indem sie länger anhaltende, qualitativ bessere Autos mit stark erweiterten Garantiepaketen produzierten.

Dies ist nicht alles, was Toyota in Bezug auf Prozessinnovationen getan hat. Toyota leistete Pionierarbeit im Bereich der „schlanken Fertigung“. Das sogenannte Lean Manufacturing beinhaltet beispielsweise die Identifizierung und Minimierung von Verschwendung (einschließlich Inventarisierung), die Befähigung der Mitarbeiter optimale Arbeit zu leisten und das Streben nach Perfektion in allen Prozessen.

Lean Thinking und Deine Produktivität

Der „Toyota Way“ kann auch zur Verbesserung Deiner persönlichen Produktivität eingesetzt werden. Das Toyota Production System (TPS) funktioniert als eine komplette Philosophie. Es handelt sich um ein konsistentes Set von Prozessen und Prinzipien, die über einen langen Zeitraum angewendet werden. Die folgenden Prinzipien sind Kernbestandteile des hocheffektiven TPS, die zur Steigerung der persönlichen Produktivität eingesetzt werden können.

Technologie und Lean Thinking

Lean Thinking bedeutet schwierige und aufwendige Technologien erst zu nutzen, wenn dies nicht mehr zu vermeiden ist. Man sollte in diesem Sinne sich immer erst auf die Basics konzentrieren und sich dann kontinuierlich steigern. Technologie sollte immer nur als Unterstützung und nicht als Ersatz von manueller Arbeit eingesetzt werden. Dies lässt sich beispielsweise auf die Nutzung verschiedener Softwareangebote übertragen. Beginne mit der oft kostenlosen Basic Version. So lernst Du schnell und eignest Dir Detailwissen über die Funktionalität des Programms an. Erweiterst Du das Programm zu schnell kann es passieren, dass Du Geld verschwendest, die Motivation verlierst, da Du die Komplexität nicht verstehst und somit unproduktiv wirst.

Lernen und Lean Thinking

Schaffen Sie eine Umgebung, in der ständiges Lernen stattfindet. Toyota ist voll von Menschen, die danach streben, zu lernen, und die bereit sind, Informationen auszutauschen und sich akriv am Lernprozess beteiligt zu sein. Nehmen Sie sich etwas Zeit für konzentriertes Lernen – einen Kurs, ein Buch pro Woche, Seminare, Workshops, Rezensionen von Artikeln, etc.

Müll und Lean Thinking

Lean Thinking versucht hinderliche Aktivitäten zu vermeiden. Was heißt das für Dich? Fernseher aus der Steckdose und Kabel wegschließen bis Du Deine Aufgaben erledigt hast.

Qualität und Lean Thinking

Standardisiere Deine Tätigkeiten, um eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen und gleichzeitig ständig daran zu arbeiten, die Standards zu erhöhen. Alles, was es wert ist, getan zu werden, ist es wert, gut gemacht zu werden. Strebe nach „großartig“ und nicht nur nach „gut genug“, wo immer es die Möglichkeit dazu gibt.

Unterstützung und Lean Thinking

Selbstverbesserung zur Steigerung der persönlichen Produktivität funktioniert am besten indem man anderen auch hilft sich zu verbessern. Toyotas Mitarbeiter arbeiten an der Selbstverbesserung, sind aber der Meinung, dass sie daran gebunden sind, anderen zu helfen, sich zu verbessern – zum gegenseitigen Nutzen. So erweiterst Du Deine persönliche Sichtweise ständig.

Zusammenarbeit und Lean Thinking

Wählen Sie Bekannte und Geschäftspartner sorgfältig aus. Toyota ist auch sehr wählerisch. Mitarbeiter haben oftmals eine Probezeit von 1-2 Jahren. Partner und Lieferanten durchlaufen ebenfalls umfangreiche Einschätzungsprozesse. Vernetze Dich mit Menschen die Dich bei Deinen Zielen unterstützen, die Du aber auf der anderen Seite auch unterstützen kannst. Schaffe also eine Win-Win Situation.

Was haltet Ihr von Lean Thinking um die eigene Produktivität zu steigern? Schreibt es in die Kommentare. Falls Euch der Beitrag gefallen hat, schenkt uns ein Follow und Liked den Beitrag 😊

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7 Kommentare

    • Was hier vorgeschlagen wird, ist die Übertragung von Effizienskriterien auf persönliche Beziehungen. Vernetze Dich mit demjenigen, der Dir einen Nutzen bringt, dem Du aber auch einen Nutzen bringst. Wie soll aber dieser Nutzen definiert werden? Ist ein schwerbehinderter Mensch jemand, der aus diesem Nutzen-Netzwerk herausfällt?
      Störungen für die Arbeit eliminieren, also TV aus. Aber Musik z.B. kann die Arbeitsmotivation steigern. Als Radio an?
      Standardisiere Deine Arbeit – schön, also am Besten auch die Kinder und meine Interaktion mit ihnen standardisieren?

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  1. Lean Thinking hat sehr, sehr gute Ansätze!
    Vor allem, dass der Mitarbeiter „als Kapital“ betrachtet wird und auf das know-how Wert gelegt wird!

    Es gibt hier im Vergleich mit einem Großkonzern sicherlich noch ein paar gravierende Unterschiede festzuhalten:
    Das Unternehmen sollte oder muss sich diese Form der Produktion aus eigenen Mitteln leisten können und man braucht auch genau das Personal, dass auch auf diesen Zug aufspringt – diese aktive Form sich für ein Unternehmen einzusetzen ist auch nicht jedermans Sache – da muss man gut auswählen und das bringt wiederum Kosten mit sich bzw. muss angesichts der längeren Beurteilungsperioden von neuen Mitarbeitern darauf geachtet werden, dass das Unternehmen auch immer voll handlungsfähig bleibt.

    Gefällt 2 Personen

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